Hier mein Paleo-Frühstück von heute vormittag.

Es verhilft mir zu langen, ununterbrochenen Zeitblöcken, die ich für intensives, tiefes und kreatives Arbeiten benötige (siehe auch weiter unten).

Da ich seit Monaten kein Getreide mehr esse, ist mein Frühstück etwas bunter als früher, und viel reicher. Und aufwendiger. Es war daher ein großes Vergnügen es zuzubereiten und verspeisen.

Es ist ein Donnerstag im Winter, und ca. 10.30 Uhr…

Auf dem Teller:

  • eine Avocado, in mundgerechte Stücke gelöffelt (roh und frisch), mit Salz beworfen und italienischem Olivenöl benetzt (aus einer Bio-Kooperative bei Genua)
  • ofengegrillter roter Paprika (nicht bio) und gegrillte Zwiebel (beides kalt weil vom Vortag, und daher fast noch schmackhafter)
  • ein Löffelchen Wildleberwurst vom „Gut Hirschaue“ in Brandenburg, eigene Herstellung (Wildschwein, Hirsch, Damwild), glasweise erstanden auf einem Weihnachtsmarkt
  • zwei geköpfte und noch auf dem Fischtrawler in Olivenöl (statt schnödem Sonnenblumenöl) eingelegte Sardinen (Portugal)
  • ein Omelett, in heißer Butter zusammengerührt aus angebratenem Pok-Choi, Champignons, Frühlingszwiebeln und etwas Brokkoli vom Vortag, übergossen mit 3 verquirlten Bioland-Eiern, am Ende schmeiße ich gerupfte Petersilie und gezupftes Basilikum drüber, sowie unraffiniertes Steinsalz aus dem Vaterland

In der Tasse:

  • Ein gefilterter Aufguss aus weißem Tee (Pai Mu Tan) und Yerba-Mate-Blättern (für Teein und Koffein)
  • Verdünnt mit einem Schuss Chaga-Pilz-Sud (für die Antioxidantien) aus der Vorratsflasche im Kühlschrank

Diese erste Mahlzeit nehme ich gemütlich ab 10.30 Uhr ein vor dem Computer-Display ein (vorher habe ich nur wenig Hunger). Danach esse ich nichts mehr bis 18 Uhr (und verspüre auch keinen Appetit zwischendurch).

Weil jegliches Getreide fehlt, und auch sonst so gut wie kein Zucker drin versteckt ist, kommt es bei mir auch nicht zu Aufstoßen oder Sodbrennen, und auch nicht mehr zu Unterzuckerung.

Der Tee wirkt stark und lange, so dass ich erst am nächsten Tag wieder Koffein brauche. Es ist rechtzeitig um 23 Uhr abgebaut, so dass ich trotzdem gut schlafen kann.

Diese Faktoren garantieren mir ein pausenfreies, konstant konzentriertes Arbeiten in meinem Kabuff – ohne Zuckerloch, ohne Koffeinloch, ohne Lunch-Termin.

Auf der Uhr:

  • Avocado, Zwiebel mit Öl: 1,50 €
  • Paprika mit Zwiebel: 0,70 €
  • Wildleberwurst: 0,30 € (das ganze Glas kosten 3,50 Euro)
  • 2 Sardinen: 0,95 € (in der Konserve für 1,90 € sind 4 Fische drin)
  • Eier: 1,50 € (es sind ungefähr die teuersten Eier, die man kaufen kann)
  • Gemüse fürs Omelett: 0,70 €
  • Weißer Tee: 0,15 €
  • Mate-Blätter: 0,15 €
  • Chaga-Sud: 0,30 €

Summe: 7,25 EUR

Immerhin.

So ein Frühstück ist nicht superbillig, wenn man es mit einer Schale Haferflocken mit Zucker und Milch vergleicht.

Aber dafür habe ich kein Mittagessen zu kochen, und muss auch nicht im Restaurant 10,- Euro für ein Lunch-Menü verbraten.

Weil ich tagsüber keine Pausen machen muss und keinen Energieabfall habe kommt es zu hochproduktiven Arbeitstagen. Und diese sind die Grundlage für weitere Luxus-Paleo-Frühstück-Highlights (denn mehr produktive Tage = mehr Kohle = mehr Luxus-Paleo Frühstücke!)

Ich zitiere hierzu mal aus dem Buch „Tools der Titanen“ von Tim Ferriss:

Wie Investor Brad Feld und viele andere festgestellt haben, sind keine große Leistungen möglich, wenn man sich mal hier 30 und mal dort 45 Minuten abknapst. Nur längere, ununterbrochene Zeitblöcke – von mindestens drei bis fünf Stunden – liefern genügend Raum, um die richtigen Punkte zu finden und zu verbinden.

Und ein solcher Block pro Woche genügt nicht. Sie müssen etwas Leerlauf im System vorsehen für mehrtägige Synthesen, die viel Prozessorleistung erfordern. Für mich bedeutet das mindestens 3-4 Vormittage pro Woche, die ich bis mindestens 13 Uhr in Macher-Modus verbringe.

Und bei alledem nehme ich noch langsam und stetig ab. Seit Monaten. Das ist der Clou bei Paleo.

So ein Frühstück kriege ich vielleicht dreimal pro Woche organisiert.

Am Wochenende fällt das Frühstück kleiner aus, weil wir mittags zusammen mit den Kindern essen, und unter der Woche plane ich zwei Lunch-Termine ein, und die machen mehr Spaß, wenn man Hunger mitbringt.


Buchtipp:   Cal Newport: Konzentriertes Arbeiten. Regeln für eine Welt voller Ablenkungen


Tim Daugs
Tim Daugs

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