Ich benötige ich keine Brille mehr!

Bisher hatte ich -1,75 und -1,5 Dioptrie sowie einen Astigmatismus. Das bedeutet: Brille vorgeschrieben im Auto und auch nötig, im Kino sowieso. Seit ich 11 war hatte ich ein Ding auf der Nase und ich habe das Ding jeden einzelnen Tag gehasst. Vor allem in den jugendlichen Pickeljahren war die Brille ein schlimmer Bonus.

Ich war also nun im Rahmen einer Segelprüfung beim Augenarzt und der hat mir das bescheinigt, was mir Monate vorher langsam immer klarer wurde: Ich konnte wieder scharf sehen – ohne Brille.

Eine intensive Recherche ergab, dass dieses Phänomen nichts mit Altersweitsichtigkeit zu tun hatte; Weitsichtigkeit ersetzt nicht Kurzsichtigkeit, sondern kommt immer zusätzlich dazu! (Daher auch die Gleitbrille für Rentner, die beide Schwächen ausgleichen soll…)

Ich fand auch heraus, dass „wieder normal sehen“ zu können im Alter von 40 (nach 30 Jahren Brille) die absolute Ausnahme ist.

Wie kann das also sein?   

 

Was habe ich getan, um meine Brille loszuwerden?

(und ich muss dazu sagen, mir war vorher nicht klar, dass es wirklich klappen würde… aber ich versuchte es trotzdem)

1. Zuerst habe ich den Entschluss getätigt, dass meine Augen sich selber heilen können und dass nichts in Stein gemeißelt ist und dass meine Augen daher bald wieder topfit sein werden.

An diesen Entschluss habe ich fest geglaubt und ihn mit Visualisierung und (stiller) Affirmation unterstützt. Ich habe mich außerdem vom tiefsitzenden Aberglauben befreit, dass Gene festgelegt seien, und dass man gegen schlechte Gene nichts ausrichten könne (meine Vorväter waren Brillenträger jenseits der -4 und das müsse ich ja selber auch eine Brille kriegen…).

Epigenetik lehrte mich, dass man Gene an- und ausschalten kann, teils über Umweltfaktoren, teils über neue Reize, und teil über innere mentale oder geistige Kräfte.

Und meine Lebenserfahrung lehrte mich, dass man oft nicht die schlechten Gene vererbt bekommt, sondern die schlechten Gewohnheiten. Zum Beispiel glaube ich inzwischen, dass dicke Kinder nicht deswegen dick sind, weil die Mama dick ist, und die „Gene also dick sind“, sondern dass das Kind Mamas dickmachende Ernährungsgewohnheiten einfach 1:1 übernimmt – und dann genauso dick wird.

In Bezug auf Augen bedeutet das: Ich habe von meinen Altvorderen in jungen Jahren viele schlechte Angewohnheiten übernommen: stundenlang Fernsehen gucken, stundenlang Stubenhocken und die Wand angucken, stundenlang Bücher lesen, stundenlang Computerschirm – auf deutsch: nie den Blick in die Ferne richten. Fatal.

2. Irgendwann schwor ich mir (und zog es durch) nie wieder meine Brille aufzusetzen, um meine Augen nicht weiter im Schwächezustand zu lassen. Auch meine Sonnenbrille flog raus. Beide „verlor“ ich zufällig auf Reisen, und ich kann mir vorstellen, dass ich mir das Verlieren unterbewusst selber eingebrockt habe, damit ich meinem Ziel, keine Brille mehr aufzusetzen, näher kam. Ich kaufte einfach keine neue Brille mehr nach.

2. Dann las ich eine Reihe von Büchern, die sich mit praktischem Augentraining, aber vor allem mit mentaler Einstellung, mit Sichtigkeits-Psychologie etc. befassten (dieses, dieses und dieses und auch dieses. Update: Dieses kam erst danach raus).

Ganz nett aber erstmal kein Fortschritt. Wichtig war jedoch, dass ich nach der Lektüre nicht von der Hand weisen konnte, dass es durchaus noch emotionale oder mentale Blockaden in mir geben musste, die dazu führten. dass ich die große weite Welt eben nicht so sehen konnte wie sie war – oder nicht wollte.

Vielleicht macht Idealismus ja kurzsichtig, und Realismus ist die Heilung dafür…

3. Erste Fortschritte stellten sich schleichend ein, nachdem ich monatelang täglich frisches Gemüse entsaftet und getrunken habe: Tonnen an Karotten, Rote Beete, Sellerie, etwas Spinat. Das entgiftete meine Leber – offenbar ein wichtiger Schritt auf körperlicher Ebene.

Auch zwei, drei Leberreinigungen (nach Andreas Moritz) halfen, meine Leber zu entgiften. Eine anstrengende Erfahrung, nicht immer angenehm, aber interessant allemal.

Auch machte ich zu jener Zeit eine Reihe an Darmspülungen bei einer Heilpraktikerin, und kam dort bei meiner zehnten Behandlung an einen Punkt, dass ich dachte, ich könne es nicht mehr halten und würde gleich zusammenbrechen vor Scham… dabei hatte ich ja ein strammes Rohr im Enddarm wo alles jederzeit rein und rausfloss, ich hätte also jederzeit aufgeben können, und loslassen.

Ich kämpfte aber einen merkwürdigen Kampf, mein Körper hielt an meiner Scheiße fest obwohl mein Verstand loslassen wollte, und irgendwann war ich fix und fertig. Ich weiß wie sich das jetzt liest, und man darf sich fragen, was das mit Kurzsichtigkeit zu tun hat. Wer weiß.

Ich erinnere mich nicht mehr, ob „die alte Scheiße die da noch drinnen irgendwo klebte“ wirklich rauskam oder nicht, auf jeden Fall brachen wir die Spülung ab und ich ich in Tränen aus. Zehn Sitzungen lang war ich der coole Tim gewesen, der sich aus „Gesundheitsgründen“ seinen Darm durchspülen lässt und sich dafür Gelächter bei Kumpels und Kollegen abholte.

Nun lag ich da als weinerliches und zitterndes Häufchen Elend, und wimmerte der Therapeutin meine Zweifel vor, meine Unsicherheit, meine Belastungen als neuer Vater und so weiter. Sie hörte zu und munterte mich auf, und gab mir zu verstehen, dass es eigentlich ganz typisch sei, dass sich bei Darmreinigungen nicht nur materielle Aspekte lösen

Damit war die Zeit der Organ-Reinigungen für mich vorbei. Ich fand ich war weit genug gegangen damit.

4. Ich vermied, ständig am Computer zu sitzen. Statt dessen lernte ich Segeln, auf dem Berliner Wannsee, und gönnte meinen Augen endlich den Blick in die Ferne… das half massivst!

5. Ich erfuhr, wie wichtig Sonne war. Also: kurz in die Sonne gucken, oder mit geschlossenen Augen in die Sonne gucken; das ist unangenehm, trainiert aber die inneren Muskeln. Hilft gewaltig!

Eine Sonnenbrille schadet dementsprechend ebenso gewaltig. Augen zukneifen auf dem gleißend hellen Wasser? Die beste Therapie.

6. Durch die positiven Entwicklungen und die sich bessernde Sehkraft erfuhren meine Affirmationen und Visualisierungen große Unterstützung, so dass ich mit immer mehr Glaube dahinterstand. Wenn ich mir jetzt eine alte Brille aufsetzte, sah ich schlechter als ohne!

7. Irgendwann war Klarsicht selbstverständlich. Wie gesagt, ich gehe inzwischen davon aus, dass „Klarsicht“ eben auch psychologisch und mental hergestellt werden kann. Ich z.B. sehe auch klarer, seit ich mehrfacher Vater geworden bin und ich meine eigene Sterblichkeit anerkannt habe. Das habe ich früher nicht.

Vorher war ich ein vernebelter Träumer. Jemand, der die Wirklichkeit nicht wirklich wahrhaben wollte.

8. Der Stempel vom Augenarzt war nur noch eine Formalie.

Na selbstverständlich sehe ich alles!

Habe ich schon erwähnt, wie zufrieden mich diese „Leistung“ gemacht hat? Das Unmögliche möglich machen, es allen Skeptikern und Besserwissern zeigen, einen Mythos trockenlegen, und einfach klare Sicht – ohne Gestell auf Nase und Ohr… das ist ganz einfach… normal.

Endlich wieder normal. Herrlich.

Jedoch: Wenn ich zuviele Tage hintereinander am Computer sitze, nicht in die Natur gehe (um weit zu gucken), schlecht atme, und keine Sonne reinlasse, dann verschlechtern sich meine Augen etwas. Offenbar gibt mir mein Körper Zeichen. Ich zwinge mich dann, es wieder gesünder angehen zu lassen.

Manchmal muss man eine Sache einfach durchziehen.

 

+++ NACHTRAG 2020 +++

Ein Leser, Toni K., schickte mir folgende Reaktion auf meinen Text:

„Hi Tim…wunderbarer Text über die Sehkraft….finde ich alles super Ratschläge mit Ausnahme von Punkt 2, was du über das Augentraining sagst.

Die Bezeichnung „ganz nett“ verharmlost in unnötiger Weise was Augengymnastik für die Sehkraft leisten kann. Ich bin Bewegungslehrer und mache sehr viel mit Augenbewegungen und habe sogar eine Maschine für Augentraining entwickelt und weiß mit Sicherheit das das Trainieren der Augenmuskeln und das Bewegen des Augapfel einen enorm positiven Einfluß auf die Sehkraft hat.

Gerade weil der moderne Mensch fast nur noch am „Starren“ (Computer, Handy, TV, Auto…etc.) ist, verschlechtert dieser Umstand den Sehmechanismus gewaltig. Dieser unnatürliche Vorgang des „Starrens“ ist Gift für alle Augenmuskeln, welche zusammen wie ein sehr feinabgestimmtes Gurtsystem arbeiten und es ist deshalb nicht überraschend das wir so viele Brillenträger in der Gesellschaft haben.

Es geht ja nicht entweder oder sondern sowohl als auch….gerade weil die Anforderungen an den modernen Menschen so hoch geworden sind gilt es alles mit einzubeziehen was wieder für Ausgleich sorgt.“

Ich erwiderte:

„Toni, womöglich muss ich dir Recht geben.
Ich vermute inzwischen auch, dass das Segeln, also das ständige brillenlose Hin und Her zwischen Weitblick auf den Horizont und Nahblick auf den Kompass und Pinne die Augen am besten „befreit“ haben. Da wurde dann im Gurtsystem durch Training etabliert, was ich mir wünschte. Final glaube ich auch mehr an die Materie und an Training.

Aber!
Den Entschluss, die Augen zu heilen (womit auch immer, auch mit Training) und dafür auf allen Ebenen, wo es Ursachen geben könnte, anzugehen, und das dann mit festem Glauben durchzuziehen ist die Basis gewesen. Ohne diesen Glauben an ein „Wunder“ hätte ich nie meine Brille weggeworfen. Und genau diesen Glauben habe ich mir mit meinen Methoden tief eingepflanzt.“


Tim Daugs
Tim Daugs

Tim betreibt ein Online-Business. Bisweilen veröffentlicht er hier, was ihn gerade bewegt und beschäftigt.